Definitionssache Nachhaltigkeit?

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Ein Begriff, ein sogenanntes Buzz-Word. Schicke Schlagwörter gibt es viele, und meist sind sie recht diffus in ihrer Bedeutung. Zumindest kann man sie häufig nicht erklären, weil man sie zwar kennt, aber doch nicht versteht.

Auf einer Tagung mit einem der Nachhaltigkeits-Gurus in Deutschland, Professor Gerd Michelsen, musste auch ich lernen, dass ich keine Ahnung habe was der Begriff wirklich bedeutet. Zumindest so viel wusste ich – nachhaltig bedeutet nicht alt. Tatsächlich gab es einige politische Ansprachen, wo man den Begriff “nachhaltig” Synonym zu “alt” verwendet hat. Ooops!

Die schwammige Vorstellung meinerseits sagt, dass alles irgendwie nachhaltig sein sollte. Also ökologisch, aber auch sozial gerecht. Eigentlich sollen alle glücklich sein. Aber was heißt Nachhaltigkeit nun konkret?

Die geschichtliche Entwicklung des Begriffs stammt aus der Forstwirtschaft und besagt, dass man nicht mehr Bäume schlagen soll als nachwachsen können. Eine lange Zeit bezog sich der Begriff auf eine ökologische Nachhaltigkeit: Man sollte mit den Ressourcen so umgehen, dass auch künftige Generationen damit wirtschaften können. Die gängige Definition hierfür lautet:

„Eine nachhaltige Entwicklung muss den Bedürfnissen der heutigen Generationen entsprechen und deren Lebensqualität sichern, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Auch diese sollen ihre Bedürfnisse befriedigen und ihren Lebensstil selbst wählen können.“

Nun ist man sich aber einig, dass das nicht ausreicht. Der Mensch ist eben mehr als nur Konsument von Natur! Der Mensch hat ein soziales Umfeld, hat Freunde und Familie. Und der Mensch, und machen wir uns nichts vor, lebt auch in einer Wirtschaft. Also muss der Begriff Nachhaltigkeit erweitert werden. Nicht nur nachhaltig bewirtschaftete Felder, sondern auch nachhaltige Unternehmen, die sich für ihre Mitarbeiter engagieren, und Menschen, die sich für ihre Mitmenschen engagieren. Eine große Sache also.

Nachhaltigkeit ist aber auch eine Art zu denken und zu leben – verantwortlich, gerecht, ökologisch. Mehr Infos zur nachhaltigen Entwicklung bietet die deutsche UNESCO Kommission.

EDIT: Zurecht wurde ich darauf hingewiesen, dass jetzt doch noch was kommen muss, so zum Ende dieser versuchten Definition. Schwierig!
Wenn alles nachhaltig sein sollte, und Nachhaltigkeit definitiv nicht mehr Definitionssache ist, weil es uns alle betrifft und unsere Zukunft, die unserer Kinder – was kann man dazu sagen?

Vielleicht nicht mehr so viel – vielleicht müssen wir mehr tun. Bewusster konsumieren, weniger verbrauchen – das wissen wir schon. Aber einfach auch über unseren Tellerrand schauen, Verhaltensweisen ändern (netter sein?! toleranter?!) und vor allem – bei uns selbst damit anfangen.

Veränderung sein!

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1 Kommentar
  1. Frl. Emma sagt:

    Ich stimme dem vollkommen zu! Kleinigkeiten bewirken eine Menge, wenn alle diese kleinen Gewohnheiten ändern würden. Einfach mal darüber nachdenken, was man gerade tut. Ob beim kochen, duschen, Müll trennen, geniessen oder im Umgang mit Mitmenschen. Es macht auch so viel mehr Spaß*

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