Reines veganes Leder

Beim stöbern durch diverse Shops nach einer schönen und praktischen Tasche, bin ich auf den Ausdruck “reines, veganes Leder” gestossen.

Keine Frage. Vegan ist der Trendbegriff schlechthin. Jeder will bei “Vegan” dabei sein. Es gibt vegane Mode, veganes Eis, veganes Leder.
Vegane Mode und veganes Eis lässt sich einfach nachvollziehen, aber veganes Leder? Was könnte das sein?

Ich  selbst betitel mich zwar nur als Halbzeitvegetarierin (mit Augenzwinkern) aber ich habe eine Menge Freunde, die auf Fleisch bzw. tierische Produkte generell verzichten. Diese Personen sind aber auch gleichzeitig daran interessiert, die Umwelt zu schützen. Sie zu pflegen. Produkte zu bevorzugen, die nachhaltig hergestellt wurden. Sie meiden Plastik und leben so umweltfreundlich, wie es ihnen im modernen Stil möglich ist.

Ich habe mich gefragt, ob sie veganes Leder kaufen würden. Die Antwort ist nein, warum auch, ist ja nicht nachhaltig.

Veganes Leder, was steckt dahinter?
Veganes Leder ist in der Regel einfach nur ein charmanter Begriff für Kunstleder, ein Sammelbegriff für Materialien, die wie Leder aussehen, aber aus Kunststoff sind. Hier handelt es sich häufig um textiles Gewebe mit einer Beschichtung aus Kunststoffen wie Polyurethan, Polyester oder PVC.

Irreführender Begriff und alles andere als Öko
Wer die Bezeichnung “veganes Leder” liest, denkt sofort an ein umwelt- und tierfreundliches Produkt. Allerdings ist Kunststoff alles andere als umweltfreundlich. Es basiert auf Erdöl, kann Weichmacher und Lösungsmittel enthalten, die u.A. Allergien erzeugen können und ist zudem nicht abbaubar.

Veganes Leder ist eindeutig mein neuer Lieblingsbegriff und hat die Aufnahme im Lexikon verdient.

Bewusstseinskauf, statt Spontankauf
Wer Kunstleder oder auch liebevoll genannt “veganes Leder” bevorzugt, dem sollte bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um ein nachhaltiges Produkt im Sinne von Umwelt- und Tierfreundlichkeit handelt. Denn die Rechnung ist einfach: wer die Umwelt angreift, schadet auch dem Tier, denn wie bereits geschrieben, basiert Kunstleder auf Erdöl und ist problematisch bei der Entsorgung.
Das herkömmliche Naturprodukt Leder ist allerdings auch nicht die beste Wahl. Konventionelles Leder wird mithilfe von Chromsalzen gegerbt. Diese sind auch, je nach Grad, schädlich für die Umwelt und für den Tragenden, für das Tier ohnehin. Man muss sich entscheiden.

Mein Tipp für Euch:
Mich spricht weder das Eine noch das Andere an und je mehr ich lese, desto schöner finde ich meine alte Tasche und möchte eine neue gar nicht mehr kaufen.
Sollte es mich doch überkommen, habe ich meinen Weg gefunden. Da Leder im Alter nur schöner wird und einen echten Unikatcharakter besitzt, lassen sich Lederprodukte auch sehr gut Second Hand erwerben. Wer auf dem Flohmarkt nicht fündig wird und online nach einer optimalen Plattform sucht und eBay nicht sexy findet, fühlt sich sicherlich bei Mädchenflohmarkt gut aufgehoben. Hier gibt es eine schöne Auswahl an Lederprodukten. Sollte auch hier das passende Produkt nicht dabei sein, kommt für mich nur noch vegetabil gegerbtes Leder in den Kleiderschrank und selbstverständlich ausschließlich von fair produzierenden Marken, wie z.B. deepmello (damals rooters) oder germanmade.

Und wofür würdet ihr Euch entscheiden?

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3 Kommentare
  1. Marisa sagt:

    Schöner Beitrag :) sehr informativ! Ich bin auch ein großer Fan von den Produkten von deepmello und germanmade.

    Liebe Grüße, Marisa

    http://www.myfairladies.net

  2. Bettina sagt:

    Das ist mal wieder so ein Beispiel, wie “altes” einfach mit einem neuen Begriff attraktiv gemacht wird… Und auch dafür, dass vegan ganzheitlich gesehen nicht unbedingt besser sein muss… Meine Erfahrung mit Taschen aus Kunststoffen ist immer schlecht gewesen, sie halten einfach nicht lange. Darum kaufe ich jetzt prinzipiell nur noch welche aus Textilien, die lange halten und man dann auch waschen kann. Damit bin ich sehr zufrieden. (-;

  3. sabrina.mueller sagt:

    Hallo Bettina,
    ja, Du sagst es!
    Es ist schwierig für Verbraucher, die richtige Entscheidung zu treffen. Besonders wenn man nicht so gut informiert ist und denkt, mit “Taschen aus veganem Leder” hat man etwas “Gutes” gekauft. Eigentlich müssten solche Begriffe wirklich verboten werden.
    Textilien sind ja auch nicht immer richtig, denn auch diese werden nicht unbedingt nachhaltig hergestellt. Es sei denn, es geht Dir hier nur um vegan. Dann ok. Mir persönlich geht es um den schonenden Umgang mit der Umwelt generell. Tier, Natur, Mensch. Da ist es manchmal schwierig, wenn man zu konsequent ist. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als die alte Tasche wieder aus dem Schrank zu holen :)

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