Tencel (Lyocell)

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Tencel (Lyocell)
Tencel-/Lyocellfasern gehören in die Klasse der zellulosischen Fasern. Sie werden mit dem gleichen Grundprozess wie Viskose- und Modalfasern hergestellt und sind künstlich hergestellte Fasern aus dem Naturstoff Zellulose. Das Rohmaterial (der Zellstoff) besteht aus Holz -  zerkleinertes Holz von Buchen, Fichten o.ä. – das durch die Entfernung der Bindestoffe (Lignine) direkt und ohne chemische Umwandlung hergestellt wird.

Diese naturnahen Fasern bieten einen hohen Tragekomfort, sind knitterfrei und leicht zu pflegen. Risiken und Hautirritationen können aufgrund ihrer Herstellungsweise nur durch den Färbeprozess oder der Ausrüstung der Faser (Vermischen mit anderen z.B. synthetischen Fasern) entstehen.

Der Energie- und Wasserverbrauch bei der Herstellung und Verarbeitung von zellulosischen Fasern ist wesentlich geringer als bei der Herstellung von Baumwolle. Dazu kommt, dass beim Baumwollanbau meist eingesetzten Herbizide und Pestizide verwendet werden, die sich außer in der Umwelt auch in Kleidungsstücken wiederfinden können.

Gerne nennt man Tencel-/Lyocell-, Modal und Viskosefasern auch Synthetikfasern, was jedoch unzutreffend ist, da sie aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestehen. Die zutreffende Bezeichnung ist daher naturnahe Faser oder natürliche Kunstfaser.

Denn anders als bei echten Synthetikfasern, die aus den Rohmaterialien Erdöl oder Erdgas hergestellt werden, tragen Viskosefasern bei der Verbrennung nicht zur Erhöhung des Kohlenstoffdioxid-Gehaltes in der Erdatmosphäre und damit nicht zum Treibhauseffekt bei.

Nach Herstellerangaben sind diese Fasern auch biologisch abbaubar.

Randnotiz:
Tencel- und Lyocellfasern unterscheiden sich nur durch den Namen.  Die österreichische Lenzing AG, Inhaber des Lyocellfaser, kaufte die Marke „Tencel“ und übernahm auch dessen Namen, weil dieser den höheren Bekanntheitsgrad hat als die Marke Lyocell.

Weitere Quellen:
ecoproduct

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