Sommer-Sonnen-Gute-Laune auf Balkonien

Juni – der Sommeranfangsmonat. Und der Monat der Feiertage. Vor den langen Sommerferien reiht sich ein langes Wochenende an das andere. Die Brückentage überqueren die arbeitsreichen Tage und verbinden die freien miteinander. Urlaubsstimmung liegt in der Luft. Um richtig weit weg zu fahren lohnt es sich jedoch nicht wirklich. Kurztrips lassen uns für einen Moment in den Urlaub flüchten. Doch geht dabei oft ein halber bis ein ganzer Tag verloren für An- und Abreise. Warum diesen Tag nicht bewahren für noch mehr Freizeit? Das geht ganz einfach. Und zwar zuhause auf Balkonien.

Was früher oft als langweilig und spießig galt, wird mehr und mehr zum Innbegriff der heimatlichen Wertschätzung und nachhaltigen Entspanntheit. Frei nach dem Motto „Man findet die Ruhe nicht im außen sondern im innen“ ist Urlaub auf dem Balkon zu hause ein erster Schritt zur vermeintlichen Erleuchtung. Mal im Ernst: sich auf den Gedanken einzulassen jeglichen Urlaubsorganisationsstress (der zugegebener Maßen doch immer wieder entsteht: Wohin? Mit wem? Wie teuer? Was noch?) beiseite zu legen und das hier und jetzt in den eigenen vier Balkonwänden zu genießen, kann unheimlich wohltuend sein.

1. KULTUR: Fangen wir mit dem Urlaubsort als solches an. Keine Sekunde muss man darüber grübeln, denn: er steht ja schon fest. Wenn man sich daran im alltäglichen Morgen und Abend bereits satt gesehen haben sollte, hilft eine kleine Umwandlung. Ein Ausflug in das nächstgelegene Gartencenter holt den Urlaub nach Hause. Gerade im Juni sprießen und blühen die farbenfrohsten Pflanzen. Kein ungeduldiges Warten wie im April. Mein absoluter Blütenfavorit: eine Kombination aus lila-blauen Hortensien, Lavendel, rosa und weißen Rosen, immergrünem Efeu und Fuchsien in der Hängeampel. In hellen Terracotta-, weiß gestrichenen Weinkisten (mit Löchern im Boden!) und Zinkeimern verwandeln die Blümchen den Balkon in eine Sonnenterrasse im Stil à la Côte d´Azur. Schöner Nebeneffekt: allesamt sind winterfest, so dass sie (bei entsprechender Pflege) Jahr für Jahr wieder blühen. Zu einem südländischen Dufterlebnis wird der Balkon, wenn man Kräuter wie Minze, Salbei, Zitronenmelisse und Basilikum in extra Töpfen ergänzt. Besonders die Minze kann sich vom kleinen Pflänzchen zum grünen Busch ausdehnen.

2. GENUSS: Eine gute Gelegenheit sich auf Balkonien auch kulinarisch zu verwöhnen. Mit der eigens gepflanzten Minze lässt sich zum Beispiel eine wunderbar erfrischende Limonade zaubern. Für 1 Liter Limonade einfach nur 2 Bio-Zitronen samt Schale und ausgepresstem Saft, circa 5 Stiele zerhackter Minze (wird dadurch noch aromatischer), 2 bis 3 Esslöffel braunen Zucker mit 1 Liter Sprudelwasser aufgießen. Und kühl stellen. Neben der Erfrischung und der einfachen Machart, ist die selbstgebraute Limo auch noch besonders kalorienarm. Auch auf dem hauseigenen Balkon wollen wir doch eine gute Figur machen, oder? Wenn keiner hinsieht dürfen wir uns aber auch stärken. Eine Freiluftalternative zu fettigem Grill und Rohkostplatte (aus gegebenem EHEC-Anlass) bietet ein selbstbestückter Picknickkorb. Ja richtig: ein Korb voller Leckereien, in der Mitte einer ausgebreiteten Decke stehend, bis oben gefüllt mit Spinat-Feta-Blätterteig-Taschen, kleinen Gemüseburgern, Rote-Beete-Salat mit Orangenstreifen und Mozzarella, Fladenbrot mit selbstgemachtem Kräuterdip, eingelegten Oliven und tropischem Obstsalat mit Honig*. Zum Abend darf es dann auch ein Gläschen Wein bei Kerzenschein sein.

3. ENTSPANNUNG: Gemütlich wird es auf dem Balkon auch durch die passenden Accessoires. Statt sich auf starren Stühlen zu arrangieren, bietet eine Decke auf dem Boden mit vielen vielen Kissen so viel mehr Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten. Je nach Untergrund des Balkons kann hier etwas nachgeholfen werden: kühle Fliesen werden schnell warm durch Holzpaletten oder (noch professioneller) durch Holzfliesen aus dem Baumarkt nach dem Klickprinzip. Yoga- oder Isomatte unter die Decke für mehr Komfort, Kerzen in den Ecken und zwischen den Blumentöpfen verteilen, Lichterkette für den Abend um das Balkongeländer wickeln. Schön eingerichtet und kulinarisch versorgt sind wir schon mal. Auf dem weiteren Tagesprogramm steht nun an: relaxen. Mehr nicht. Mein persönlicher Favorit: ein gutes, spannendes Buch (wie z.B. „Die Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón – erst jüngst gelesen plus Nachfolger) und eine unterhaltende Zeitschrift zum Auflockern für zwischendurch (wie z.B. Biorama). Einfach abtauchen in eine andere Welt, geschrieben auf Papier, sich verschlingen lassen von einer Geschichte. Mindestens genau so träumerisch aber doch anders: ganz bewusst Musik hören. Bewusst meint nicht einfach zwischendurch, nicht so laut um alles um einen herum nicht mehr hören zu müssen, nicht parallel zum kochen, telefonieren, arbeiten und auch nicht zum einschlafen, sondern bei vollem Bewusstsein, ganz Ohr.

Wie entspannend das sein kann, einfach da zu sein ohne Pläne und ohne Verpflichtungen. Das zuhause für ein Wochenende in eine Urlaubsoase umzuwandeln. Sich selbst für ein paar Tage bewusst zu täuschen, ganz im Sinne der Erholung. Wir meinen oft, dass die äußeren Umstände unser Wohlbefinden bestimmen. Dabei liegt es an uns was wir daraus machen. Nicht das Ausland als solches entspannt uns sobald wir es bereisen. Es ist der Gedanke „Du bist hier JETZT im Urlaub“, der uns wirklich entspannen lässt. Ganz anders reagieren wir nämlich wenn wir für ein paar Tage beruflich ins Ausland müssen… Warum dann nicht auch anders herum aus dem Zuhause ein Urlaubsziel machen?

* Alle Rezepte wurden eigens getestet und alle Speisen persönlich verzehrt. Wenn ihr Appetit bekommen habt und an dem ein oder anderen Rezept interessiert seid: gebt einfach über ein Kommentar bescheid.

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