Nachhaltiges Design mit Gudrun Sjöden – eigenwillig und konsequent

Sonne und Frühlingslaune – alle Frauen um mich herum erwachen aus dem Wintermodus und schauen sich um nach bunten, neuen Kleidern. Genug braun getragen, genug Wollpullis, genug versteckt.

Jetzt lautet das Motto: Lust auf den Sommer! Die Zeitschriften sind voll mit Blümchenkleidern. Draußen ist es zwar auch noch kalt, aber die Sonne lässt hoffen und so manche Dame leichtsinnig dünn (aber bunt!) bekleidet vor die Türe treten.

Ehrlich gesagt gehe ich ebenfalls aus dem Wintermodus heraus mit einer mir eher unbekannten Shopping-Laune. Kleidung bestellen – da bin ich großer Meister drin! Bequem, zeitsparend – aber auch die Qual der Wahl. Dafür bin ich aber dankbar, das war ja nicht immer so. Auf der Suche nach Bio-Baumwolle traf ich auch auf Gudrun Sjöden.

Was ist denn nachhaltiges Design, fragte ich mich, als ich genau diese Schlagzeile auf der Homepage von Gudrun Sjöden fand?

Sagen wir mal so – die Kleidung ist eigenwillig. Bunt und fröhlich, manchmal sackartig, manchmal einfach nur schräg, auf alle Fälle erkennbar. Mit Gudrun Sjöden verbindet man nicht gerade einen jungen Stil – gut so, denn für Fashion bzw. für Trends hat sie wenig übrig. Nachhaltiges Design bedeutet einfach eine konsequente Linie verfolgen, die sich nur wenig oder gar nicht an Trends orientiert. Da ist es klar, dass sich eher eine etwas ältere Zielgruppe angesprochen fühlt, die ihren eigenen Stil entwickelt hat.
Was daran nachhaltig ist? Die Kleidung kann so lange getragen werden, bis sie auseinanderfällt. Weil es kein modisches Statement ist, sondern eine Stil-Aussage.

Zusätzlich zum Design bekennt sich Gudrun Sjöden aber auch zu dem Prozeß, der ein nachhaltiges Unternehmen durchgehen muss. Verzicht auf Verpackungen (Schuhe werden in Beuteln geliefert), Printmaterialien aus recycelten Papier. Es ist noch nicht alles perfekt und 100%, und diese Aussage macht das Unternehmen sympathisch und glaubwürdig. Auch die Aussage zum Design ist selbstbewußt und konsequent: Wer seinen Stil darin wiederfindet, gut – wer nicht, kann und wird drüber lästern. Die Leute, die es tragen stehen eh drüber!

Persönlich mag ich den Stil von Frl. Emma in unserem Shop lieber. Er ist “clean” – also etwas geradliniger, etwas moderner und sportlicher, ohne den “Öko”-Touch. Fröhliche und bunte Einzelstücke oder Accessoires gibt es ebenfalls dazu – auch rockigere wie die Ketten und Armbänder.
Früher eher konservativ und auch “alt” gekleidet, entdecke ich diesen Stil als echten Statement für Unkompliziertheit und Geradlinigkeit. Modern, trotzdem zeitlos, und einfach auch jung (nicht: jugendlich ;-) ).

…ich mag nach wie vor auch Ringel und Blümchen, wie Gudrun Sjöden es anbietet… Wirklich konsequent bin ich nämlich nicht, ich mixe gerne, und höre auf meinen Bauchgefühl. Und ich kaufe ausgesucht und trage die Sachen meist, bis ich “rauswachse” oder bis sie fadenscheinig sind.

Wirklich nachhaltig ist, seinen Stil zu finden oder gefunden zu haben, Dinge so lange zu tragen bis sie auseinander fallen – da hat Gudrun Sjöden einfach mal recht. Das ist Stil!

Mit Anderen teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • Mixx
  • PDF
  • Print

3 Kommentare
  1. Nicole sagt:

    Toller Beitrag und wunderschön geschrieben. Ich habe gar nicht gewusst, dass hinter dem Blog noch ein Shop hängt. Natürlich, jetzt sehe ich den Störer “stöbere in unserem Shop”, aber wirklich aufgefallen war er mir vorher nicht. Sorry, Frl. Emma. Gefällt mir übrigens super! Ich werde häufiger mal in Eurem Shop stöbern gehen. Sind denn alle Produkte nachhaltig bzw. fair? Stimmt es eigentlich auch, dass öko Baumwolle nicht immer auch fair ist?

  2. Frl. Emma sagt:

    Liebe Nicole*
    Nein, leider ist nicht jedes ökologisch korrekte Produkt auch fair gehandelt und auch nicht jedes fair gehandelte Produkt ist auch gleich ökologisch korrekt. Auch wir können nicht mit ausschließlich ökologisch korrekten Marken dienen. Aber wir versuchen immer besser darin zu werden. Es ist schwierig alles zu 100% zu erreichen. Daher konzentrieren wir uns darauf, dass zumindest die Mitarbeiter dahinter fair bezahlten werden, krankenversichert sind und Kinderarbeit ausgeschlossen werden kann. Natürlich leider auch nur, soweit es uns aus der Ferne möglich ist. Schön ist zumindest, dass mittlerweile viele auch kleinere Marken Zertifikate vorzeigen können, die bestätigen, dass die Ware fair gehandelt wird bzw. ökologisch korrekt ist. Aber auch viele ganz kleine Marken sind fair und ökologisch und sogar häufig auch noch sozial engagiert. Und auf die versuchen wir uns zu konzentrieren. Aber leider bleibt allen nach wie vor nicht erspart, sich zu informieren. Schön ist, dass wir uns mittlerweile richtig tolle Produkte aussuchen können, die keinen typischen öko touch haben, denn enorm viele tolle kleine und besondere Marken sind in den letzten Jahren heran gewachsen. Man muss sie nur noch entdecken….und das haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Manche führen wir selbst und über manch andere schreiben wir stetig hier in unserem Blog.

  3. Frl. Andi sagt:

    Hi Nicole, danke schön! Ich habe aus dem Shop schon mal ein schnieckes Halstuch geräubert… kam liebevoll verpackt hier an und es entsprach dem Bild. Finde ich wichtig, das ist super gemacht.

    Bio-Baumwolle ist eine schwierige Sache-dann muss es nicht fair produziert sein (siehe H&M und C&A , die mussten einiges an Kritik einstecken dafür). Und wie Frl. Emma sagt – alles geht nicht, viele wollen sich auch nicht zertifizieren lassen weil es teuer ist und auch Kunden abschreckt.
    Der Prozeß dahin ist wichtig – Nachhaltigkeit muss gelebt werden, und sollte kein Moralzwang sein, sondern Vernunft. So ist es eben auch mit den Produkten. Ich bin ziemlich öko, und ich konsumiere bewußt und nicht maßlos, aber ich will an meinem Leben immer noch Spaß haben. Auch wir als einzeln Personen machen also einen Prozess durch – und teilen uns hier mit.

Diesen Artikel kommentieren