Jahreszeitenwechsel im Kleiderschrank – Trödel oder Swapping?

Letzen Sonntag am 27. März 2011 wurde er offiziell verkündet: der Sommeranfang. Erste Blütenknospen an Baum und Sträuchern waren seine frühlingshaften Vorboten. Sonnige Nachmittage unter der Markise des Lieblingscafés bei einem Eiskaffee seine Botschafter. Doch so schön der Jahreszeitenwechsel auch ist, plagen uns anfangs immer zwei Dinge: In der ersten Woche kommen wir nicht pünktlich aus dem Bett – Schuld ist die Zeitverschiebung. Und, wir haben nichts zum anziehen. Die grauen Farbtöne unserer persönlichen Winterkollektion sind uns auf einmal zu grau, die üppigen Schals zu warm und die Variationen an Stiefel zu klobig. Wir wollen Sommer, auch im Kleiderschrank!

Schnell sind da die verstauten Kisten mit den Sommerklamotten aus dem Keller geschleppt, ausgepackt und jedes der einzelnen Teile quer im gesamten Schlafzimmer verteilt. Es wird gestaunt und gefreut über die Röcke, Tops und Sandalen, die man doch so lange nicht mehr gesehen hat, wie Freunde aus dem Ausland. Die anderen, jetzt tristen Winterklamotten, werden so schnell es geht von ihrem Bügel getrennt und verstaut. Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Jahr!
So schnell wirst Du mich nicht los, flüstert der ein oder andere Wollpulli, der im letzten Winter kein einziges Mal Beachtung fand. Seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst: wir werden ihn auch nicht im nächsten Jahr tragen. Nein. Auch wenn er eine noch so schöne Farbe hat. Was nützt es wenn sich bei einer kleiner Streckung nach oben das nackte Bäuchlein darunter zeigt. Er ist zu klein (oder ich zu groß?) und er muss weg. Nur wohin? War er doch einst ein so geliebtes Stück, ein warmer Begleiter in kalten Wintertagen. Er ist mir nur zu klein. Kaputt ist er nicht. Also sollte er einen neuen Besitzer finden, der sich egal wie daran erfreut.

Eine ganz klassische Idee: aussortierte Klamotten günstig verkaufen – sprich auf zum Trödelmarkt. Dort gibt es, neben den Klassikern der wöchentlichen Stadtflohmärkte, mittlerweile einige kreative Ideen, die das Thema Trödeln zum Erlebnis machen. Wie zum Beispiel der Nachtflohmarkt „nachtkonsum“ in Köln. Seit nun schon zum 2. Mal fand er letzte Woche Samstag, passend zum Sommeranfang, im ehemaligen Güterbahnhof „Jack-in-the-Box“ in Köln-Ehrenfeld statt. Von 17 bis 22.30 Uhr trafen dort passionierte Trödel auf junges Szenevolk. Die Stimmung war auffällig entspannt, so in den Abendstunden, ganz anders als morgendliche Hektik auf den Wochentrödelmärkten. Das mag auch an dem musikalischen und kulinarischen Rahmenprogramm liegen. Ein Tipp für den nächsten Nachtflohmarkt am 07. Mai 2011: kommt besonders früh oder besonders spät, denn 20 Uhr scheint eine allgemein beliebte Trödelzeit zu sein…

Eine andere Idee des Klamotten-Recyclings ist der in den USA bereits sehr beliebte Trend „Swapping“. Dabei werden, im Sinne des englischen Wortes, nicht mehr getragene Kleidungsstücke untereinander getauscht. Der Tausch wird, ähnlich wie bei Trödelmarkt, auf eigens dazu veranstalteten Events zelebriert. Dabei können auch ganz andere kreative Ideen entstehen, wie zum Beispiel das direkte umnähen und bedrucken von Lieblingstücken vor Ort wie bei “Kleider tauschen Leute” am 19. März in Berlin. In Deutschland finden dazu bereits zahlreiche Events in verschiedenen Städten statt. Einen ganzen guten Überblick über neue und vergangene Events bekonnt ihr bei Klamottentausch oder Swap in the City.

Doch wer los wird will oft danach auch neu haben. Eine weitere Feststellung, die uns nach circa einer Woche Sommerkiste auspacken wieder einholt. Die zunächst „neuen“ Sommerstöffchen kennen wir doch schon vom letzten Jahr. Manno. Zugegeben, anders kombiniert wirken sie fast wie neu. Aber trotzdem: irgendwas fehlt immer. Und wenn es nur ein passendes Accessoire, ein luftiger Rock oder eine bunte Bluse ist. Etwas Neues muss her. Auch da haben wir für Euch eine Tipp: schaut doch dieses oder das darauf folgende Wochenende bei uns auf dem NIYMA-Event vorbei. Dort gibt es viel Neues, sonniges und fröhliches für den Kleiderschrank. Und für Euch. :-)

Mit Anderen teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • Mixx
  • PDF
  • Print

6 Kommentare
  1. Andreea sagt:

    Genau DAS habe ich am Wochenende gemacht! So viel ausgemistet was zu klein war – nur wohin mit dem schönen teuren und wenig getragenen Sachen? Ich würde sie am liebsten verschenken, aber ich kenne niemand der so eine kleine Größe hat.
    Vielleicht doch ein Flohmarkt…

  2. Frl. Leni sagt:

    Sehr schön, das freut uns! Wenn das Trödeln nichts für Dich ist, gibt es tatsächlich noch die Alternative Kleidung für einen guten Zweck zu spenden. Und zwar in den Oxfam Shops (http://www.oxfam.de/shops). Dort werden neben Kleidung auch Bücher, Spielzeug, Deko und Co. verkauft, von dessen Erträgen ein großer Teil in Nothilfe- und Entwicklungsprojekte sowie die Oxfam Kampagnenarbeit gesteckt wird.

    Dann wünschen wir Dir weiter viel Spass. Vor allem beim Neu-Shoppen :-)

  3. Frl. Emma sagt:

    Und wenn unsere Lieblingsstücke so richtig vom Zerfall betroffen sind, und sich somit weder Trödel noch Spende lohnt, können wir sie auch an Einrichtungen spenden, die die Ware recyceln. Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen, aber stehe im engen Kontakt mit http://www.tryagain.eu Vielleicht kann man mit denen auch eine Kooperation starten. Wir werden sehen. Aus Alt macht Neu lautet ihr Motto. Ich bin schwer verliebt.

  4. Daniela sagt:

    Eine super tolle Idee mit dem Recycling. Eigentlich schade, dass das kleine Unternehmen hinter der Idee (noch) nur in Spanien aktiv ist. Würde es bei uns z.B. Altkleider-Container in der Form umgebaut werden: Ich wäre sofort dabei!

  5. Lise sagt:

    Zu-klein-gewordene Stücke gebe ich meistens immer zur Recycling-Börse. Schwieriger sind die Teile, die noch gut passen, aber die man einfach nicht mehr mag… aber glücklicherweise hat meine Schwester die gleiche größe wie ich, da bin ich schon einiges mit gutem Gewissen losgeworden :)

  6. Frl_Emma sagt:

    Das stimmt. Ich verschenke meine Sachen auch meistens an Freundinnen oder meiner Mutter :) sie hat die gleiche Größe wie ich und ist noch recht jung und modisch. Seitdem ich mich allerdings zunehmend mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige gebe ich zu, dass ich nicht mehr den Drang habe mir stets neue Mode zu kaufen. Eher, was ich an Kleidungsstücken brauche. Natürlich muss da auch mal was fürs Herz her, aber es hält sich im Rahmen. Und wie ist es bei Dir? Gehst Du viel shoppen? Der Verkauf der Ware über z.B. Kleiderkreisel ist auch immer eine tolle Idee. Liebe Grüße

Diesen Artikel kommentieren