Atomkraft? Nein danke! – der Wechsel zu Ökostrom in weniger als 5 Minuten

Kann man in wenigen Worten das Entsetzen der atomaren Katastrophe in Fukushima beschreiben? Kann man es überhaupt beschreiben? Mehr als beängstigend sind die aktuellen Nachrichten, wie von der Welt, dass Japan mittlerweile von drei drohenden Kernschmelzen spricht, und die Einschätzungen von Greenpeace, die die Bedrohung deutlich höher einschätzen als vor 25 Jahren Tschernobyl. Mehr als schockierend die Bilder des qualmenden Reaktors und die Ausmaße der aggressiven Tsunamiwelle. Wer sagt da noch: Atomkraft? Ja gerne!

Wir sagen: Nein danke! Wissen aber auch aus eigener Erfahrung, dass zum Wechsel für den Ökostrom etwas Engagement und genaues Informieren notwendig ist. So wirbt zum Beispiel Lekker Energie mit „100 % Ökostrom“, der ausschließlich aus Wind-, Wasser und Sonnenkraft gewonnen wird. „Garantiert sauber und günstig“ soll er sein. Fanden wir jedoch nach Rücksprache mit Experten in dem Gebiet heraus, dass Lekker nach dem geplatzten Verkauf an Vattenfall Mitte 2009 von der Enervie Gruppe aus NRW geschluckt wurde. Und deren Anteilseigner ist unter anderem RWE, dessen Energie zu 22 % aus Kernkraft und 59 % aus Kohle besteht. So viel dazu.
Man muss schon genau suchen auf der Website von Lekker Energie um den Schwindel auf zu decken. Auf der Unterseite zum Thema Stromkennzeichnung verstecken sich unter der Tabelle im Kleingedruckten die Worte: Erneuerbare Energien 17 %, fossile und sonstige Energieträger 54 %, Kernkraft 30 %.

Nach diesem Reinfall, fällt uns der Wechsel noch leichter. Und tatsächlich, der Ausstieg aus der (privaten) Atomkraft ist einfacher als vorerst gedacht. Wir zeigen Euch in einem Selbstversuch, wie der Wechsel zu Ökostrom in weniger als 5 Minuten funktionieren kann.

  1. Entscheidung fällen
  2. Anbieter vergleichen (siehe Tipp unten)
  3. Auswahl treffen
  4. Antrag online ausfüllen
  5. Noch ein Klick – fertig!

Das Schöne ist, dass man vorher gar nicht so viel recherchieren muss, da es aktuell nur 4 wahre Ökostrom-Anbieter gibt. Und zwar: EWS Schöngau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Das Bündnis “Atomausstieg selber machen” unterstützt den Wechsel und klärt auf mit sehr vielen, detailreichen Informationen. So wird auf der Website auch über aktuelle Aktionen berichtet, mit denen man den Druck zum Atomausstieg noch weiter erhöhen kann.

Wir von den Frolleins sind nun alle mit grüner Energie versorgt. Auch wenn sich dadurch diese Katastrophe nicht rückgängig machen lässt. So glauben wir dennoch daran, dass die Kraft eines gemeinsamen grünen Handels größer ist, als eine kollektive Gleichgültigkeit. So wie sie unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel gestern im Interview fast schon an den Tag legte auf die Frage hin, ob ein früherer Ausstieg nicht doch sinnvoll gewesen wäre. Mal wieder: Definitionssache.

Mit Anderen teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • Mixx
  • PDF
  • Print

10 Kommentare
  1. Anonym sagt:

    Ich könnte schreien wenn ich das höre – wir setzen das für drei Monate aus. Danke Politik. Ich beziehe zwar schon lange Ökostrom, weiss aber auch dass es ein Mischstrom-Konzept ist. Erschreckenderweise weiss jeder spätestens nach Tschernobyl (und davor und danach noch etwa 10 solcher Unfälle) dass AKWs tickende Zeitbomben sind.
    Kernschmelze in Japan , sagen die Experten, ist schon am Laufen. In Japan werden noch mehr Menschen sterben, das ist einfach furchtbar.

  2. Frl. Leni sagt:

    Selbstgebaute tickende Zeitbomben – Du sagst es. Schlimm genug sind ohnehin schon die Katastrophen, die uns die Natur beschert. So wie es in Japan zunächst auch der Fall war. Erbeben, Tsunamis, Überflutungen, Dürre, Waldbrände, Glatteis, Schneechaos. Dennoch muss man sagen: sie gab es schon seit Anbeginn der Menschheit und sie entstehen auf natürlichem Weg. Wir als Menschen, die mit und auf diesem Planeten leben, können das nur akzeptieren und unserem Frieden damit finden. Doch Atomenergie, Kernkraftwerke, radioaktive Strahlung, die sind selbstgemacht. Von uns. Damit kann man sich nicht abfinden. Dafür muss man als “Erfinder” auch Verantwortung tragen.

  3. Frl. Emma sagt:

    Es stimmt – selbstgebaute tickende Zeitbomben. Wir Menschen lernen einfach nicht dazu! Die Gier überstrahlt sogar den Selbsterhaltungstrieb. Schön ist allerdings, wenn das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt angewendet werden darf, dass mir heute aus nächster Quelle mitgeteilt wurde, dass vermehrt in den letzten Tagen die Verbraucher zu Ökostrom gewechselt sind. Es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es ist ein Anfang.

  4. Der Zustand in dem AKW in Fukushima (Japan) wird immer dramatischer und in der ganzen Welt beten Leute für die Menschen vor Ort. Heute macht die Twittermeldung einer Tochter die Runde: Der Vater hat sich freiwillig für den Einsatz angemeldet und setzt so seine Gesundheit für sehr Viele aufs Spiel. Jetzt gibt es auf dieser Seite eine tolle Diskussion, wie jeder selbst agieren würde. Würdest du dein eigenes Leben riskieren für sehr viele unbekannter Menschen?

  5. Daniel sagt:

    Da das Blog “Definitionssache” heisst:

    Entsetzen, Angst, Nachrichten, Einschätzungen und wovon man spricht: Das alles sind Rezeptionen und Reflektionen der Realität, aber nicht die Realität selbst. An der Realität hat sich nichts geändert. Weder die Physik noch die Mathematik wurde revolutioniert, noch hat jemand heimlich über Nacht Löcher in den Reaktorbehälter von Neckarwestheim gebohrt oder die Isar aufgestaut, um eine Flutwelle auszulösen.

    Und dieses Entsetzen, da muss man auch mal fragen, woher es kommt. Von weniger als 50 Verletzten (davon einer ernsthaft verstrahlt), vom immens hohen Sachschaden, von Vorsichtsmaßnahmen wie einer Verkaufssperre für Spinat aus der Gegend um Fukujima? Oder von den Bildern unglaublicher Verwüstung und geschätzten 20.000 Toten, die wir auf allen Sendern unter der Überschrift “Atomkatastrophe in Japan” gezeigt bekommen, obwohl sie nichts mit den AKWs zu tun haben?

    Ich bin selber kein Fan der Aomkraft, aber ich schüttle den Kopf über diesen Fanatismus, mit dem die Menschen sich von einer Hysterie befeuern lassen, die von politischen Kalkül, Einschaltquoten und nicht zuletzt Profit geprägt ist. Greenpeace ist ja z.B. ganz zufällig selber Ökostrom-Verkäufer.

  6. Frl. Leni sagt:

    Natürlich hat jeder seine ganz persönliche Meinung zu dem Thema. Keine Fragem sonst würden wir auch nicht diskutieren und auf der Stelle treten.

    Entsetzen ist zwar nicht Gegenwart, aber Entsetzen ist auch nicht nur regional. Das Entsetzen, das die Menschen fühlen bei einer Katastrophe wie in Fukushima ist eher der Vorbote von Mitgefühl. Auch wenn scheinbar (noch) keine direkte Bedrohung für uns einzelnen Menschen hier in Deutschland besteht, so besteht eine Bedrohung der Menschheit im globalen Sinne. Natürlich sollte man nicht zum Schwarzmaler werden, aber auch nicht zum Ignoranten. Und wenn wir etwas ändern können, dann malen wir auch gerne mal schwarz.

  7. Die Lage in dem Kraftwerk in Fukushima wird immer dramatischer und auf der ganzen Welt beten Menschen für die Menschen in Japan. Momentan macht die Twitternews einer Tochter einer der Helfer die Runde: Ihr 59 jähriger Vater hat sich freiwillig für den Einsatz gemeldet und setzt so seine Gesundheit für viele andere Menschen aufs Spiel. Jetzt gibt es hier eine lesenswerte Diskussion, wie man selbst reagieren würde. Würdest du dein eigenes Leben opfern für sehr viele Leute?

  8. sabrina.mueller sagt:

    Lieber Daniel,
    ich denke Frl. Leni hat es schon ganz gut erklärt. Wir und sicherlich viele andere sind keine Schwarzmaler und bestimmt nicht Profit orientiert, nur weil wir unsere Meinung dazu kund tun. Zumindest nicht im Sinne von “Einschaltquoten”, sondern eher mit der Orientierung möglichst viele Menschen wach zu rütteln. Das versuchen wir im kleinen feinen Rahmen, wie es uns möglich ist. Und wenn es nur eine Person ist, die wir dazu “motivieren” können, nachhaltiger mit unserer Umwelt umzugehen, ist es schon für uns zumindest “ein Gewinn”. Es ist halt definitions-sache wie man sich engagiert. Und auch gegenüber jene, die in ihrer eigenen Welt leben und nur zu ungern über die Grenzen blicken.

  9. Seth Bonsall sagt:

    Die Experten streiten sich wieder, was für die Umwelt effektiver sei. Und jetzt hat ausgerechnet der neue Hoffnungsträger der Umweltpolitik – US-Präsident Obama – die Planung und den Bau von Atomkraftwerken in USA gefordert. Mit der Atomenergie könne man ohne Freisetzen von großen Mengen an Chemiekalien Elektrizität erzeugen. Sogar bekannte Ökoaktivisten und auch Ex-Bundeskanzler warnen vor einem überstürzten Atomausstieg. Kernkraftwerke sind nur wenn etwas kaputt geht riskant, Kohlkraftwerke hingegen immer. So oder so, jeder Einzelne kann sofort etwas dagegen tun, indem wir den Stromverbrauch senken (und damit auch Kosten sparen). Beim Kochen z.B. spart ein stromsparender Herd im Vergleich zum klassischen Elektroherd mit Eisenplatten ungefähr 40 % Energie. Deckel drauf auf die Töpfe spart 60-70 Prozent Strom und bei Schnellkochtöpfen kann man bis zu 1/3 Strom sparen. Außerdem sollten die Töpfe nicht kleiner als die Platten sein, da dabei ungenutzte Energie verloren geht. Wir müssen alle Strom sparen.. Häufig sind die, die am meisten den Klimaschutz wollen im kleinen privaten die größten Umweltverschmutzer. Auf Cookmax.de konnte ich noch mehr Geräte finden, mit dennen man viel Strom im Haushalt sparen kann.

  10. [...] kann. Dafür haben wir einen besonders schönen Beitrag von Frl. Leni für Euch heraus gesucht “Atomkraft? Nein danke! – der Wechsel zu Ökostrom in weniger als 5 Minuten”. Mit Anderen [...]

Diesen Artikel kommentieren