Gute Bio-Baumwolle, böse Bio-Baumwolle

Baumwolle ist neben Raps, Soja und Mais die wichtigste Pflanze für Gentechnik-Konzerne. Auf ca. 15 Mio. Hektar, was der Hälfte der weltweiten Baumwoll-Flächen entspricht, wachsen genmanipulierte Sorten (GVO). Diese Flächen befinden sich hauptsächlich in China, Indien und den USA. In Indien liegt der Anteil der GVO-Baumwolle sogar bei etwa 70%. Parallel stammten jedoch auch ca. 60% der weltweiten Bio-Baumwollernte 2008/2009 aus Indien.

Eine Verunreinigungsgefahr ist demnach sehr groß. Das beginnt natürlich bereits bei den Kleinbauern.

Z.B. berichtete Mechthild Naschke, Leiterin der Textil-Abteilung beim Schweizer Zertifizierer IMO, in der Frankfurter Rundschau, wie Monsanto-Verkäufer Gratispackungen ihres Gen-Saatgutes an gutgläubige Bio-Bauern verteilten. Die Gefahr möglicher Auskreuzungen von GVO-Baumwolle ist bei der selbstbestäubenden Baumwolle jedoch eher gering. Entscheidend ist vielmehr das Verunreinigungsrisiko bei den Verarbeitungsschritten. Das Reinigen, Spinnen und Weben der Faser findet nämlich nur sehr selten in reinen Bio-Betrieben statt.

Anders als bei den Bio-Lebensmitteln, wurden die Verbraucher nicht mit dem Thema Verunreinigungsrisiko der Öko-Mode sensibilisiert und fielen aus allen Wolken, als im Januar die Medien das Thema „Bio-Baumwolle-Betrug“ aufgriffen.

Nun werden vor allem die großen Modefirmen wie C&A und/oder H&M gefordert, mehr Transparenz in die lange Versorgungskette vom Anbau bis zur Fertigung zu bringen. Denn im Gegensatz zu den Pionieren der Bio-Branche wie Hess Natur, verfügen sie nicht über eigene Anbauprojekte oder langjährige Partner. Die Gefahr, Qualitätsprobleme zu bekommen, ist wesentlich größer.

Hinzu kommt, dass zum ersten Mal seit Jahren das Angebot von Bio-Baumwolle weltweit die Nachfrage deutlich überstieg und somit den Preis nahezu auf das Niveau konventioneller Ware drückte. Das war allerdings nur möglich, weil viele Projekte in Indien den Bauern keine Bio-Prämie mehr auszahlten (Quelle: Geschäftsbericht 2008/2009 Remei AG).

Mit Anderen teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • Mixx
  • PDF
  • Print

2 Kommentare
  1. andreea.tribel sagt:

    Das Ding ist ja auch, das Biobaumwolle nur dann einen Sinn macht, wenn auch die Arbeitnehmer in diesem Zusammenhang fair (normal…) bezahlt werden. Also auch die Herstellung mit Biobaumwolle “gerecht” ist und nicht in Billiglohnsektor von Kinderhänden verarbeitet wird, und da sollen C&A und H&M nicht unbedingt den größten Wert drauf legen…
    Schwieriges Terrain, da hilft es nur sich zu informieren und Transparenz zu schaffen! Mir ist das wichtig – ich möchte nicht das an mein Baumwoll-Kuscheltier das Blut von Kinderhänden klebt.

  2. Thank you very much for that magnificent article

Diesen Artikel kommentieren