Integration von der anderen Seite – Mein Sprachkurs

I am hungry: Ich bin Ungar!

Die Debatte ist mittlerweile schon seit über einer Woche in den Medien, und keiner weiß so genau worum es geht. Sarrazin hat ein Buch herausgebracht, das nicht nur vergriffen ist, sondern auch die wenigsten gelesen haben. Mit einigen provokanten Äußerungen hat er den Absatz seiner Bücher gepusht, aber eigentlich dreht sich alles um Integration.

Die Integration von Migranten und Migrantenkindern, die hoffentlich baldige Integration von Frauen im Vorstand (auch eine Art Integration, hier allerdings durch die geforderte Frauenquote), wie sieht es aber aus bei der eigenen Bereitschaft, sich selbst zu integrieren?

Lange fiel es mir schwer, einen Sprachkurs zu belegen, ich käme mir so unwissend vor. Ich würde wirklich gerne französisch säuseln, und zwar mit korrekter Grammatik, und mein Englisch benötigt dringend mehr als nur eine „Aufpolierung“. Trotzdem ging ich nie zu einem Kurs.
Durch Zufall sitze ich nun in einem Englischkurs.
Dort sind auch einige Ausländer, die nicht so gut deutsch sprechen und nun auch noch englisch lernen müssen oder wollen. Der Sprachkurs behandelt natürlich auch kulturelle Werte, die sich zum Teil über die Idiome der Sprache zeigen. Es macht Spaß, weil keiner verkniffen ist, wir sind nämlich alle Ausländer vor unserer wunderbaren Lehrerin. Und auch ich, ein altkluger und sonst vorlauter Mensch, habe mich in die Gruppe integriert. Hier bin auch ich Ausländer, einer etwas lernen möchte, aber auch akzeptiert wird. In der Gruppe gibt es keine schrägen Blicke und kein Grinsen, als ich versuche mit meinem Schulenglisch eine Fachdiskussion anzuzetteln.

Sich zu integrieren ist tatsächlich nicht einfach, aber es ist einfach von dem jeweils anderen zu verlangen. Es bedeutet eigene Werte aufzugeben und sich neue Werte anzueignen, was nicht jedem leicht fällt. Wer also Integration laut fordert, sollte auch mal eigene Erfahrungen damit machen. Das kann dann tatsächlich auch „nur“ ein Sprachkurs sein, wo man sich integrieren muss.

Übrigens sagen Forscher im Bereich interkultureller Studien, es gäbe keine Integration, es müsste korrekterweise Assimilation heißen.
Integration – ist das Definitionssache?

Hauptsache Integration wird von allen gelebt und somit umgesetzt, sage ich. Und was sagst Du?

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