Kaffee – unser Genussmittel und warum es so wichtig ist, ihn aus fairem Handel zu beziehen

Jeden Morgen zelebrieren wir unsere Kaffeezeit. Erst mahlen wir die Bohnen frisch, kurz bevor wir den Kaffee in der Espressokanne gemeinsam mit der Milch auf den Herd stellen. Dann genießen wir seinen Geschmack. Unsere ruhigen 15 Minuten, bevor unser Arbeitsalltag beginnt.

Lange haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht, woher der Kaffee eigentlich kommt. Wie er geerntet wird und was sich da alles hinter verbirgt.

Seitdem wir die Dinge jedoch kritisch hinterfragen, seitdem beginnen wir unsere Vorlieben an unsere Erkenntnisse anzupassen.

Vielen ist nicht bewusst, dass die Kaffeeproduktion unter extrem harten Bedingungen erfolgt. Von der Pflege der Kaffeebäume, über die Bearbeitung des Bodens bis hin zur Ernte der Kaffeekirschen wird alles per Handarbeit erledigt. Folglich spielt auch der Kaffeepreis eine große Rolle im Leben der Kaffeebauern.

Hinter Erdöl ist der Kaffee das zweitstärkste Welthandelsgut. Jährlich werden zwischen 90 und 115 Millionen Sack à 60 Kg, meist in den Ländern der sogenannten „Dritten Welt“, produziert. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage steht im Ungleichgewicht. Vereinfacht dargestellt, ist das Angebot stetig gestiegen, die Nachfrage jedoch nicht. Im Umkehrschluss bedeutet das für uns, dass die Preise fallen und wir schon für wenig Geld einen guten Kaffee einkaufen können. Den Verbraucher freut es natürlich, denn nur wenigen ist bewusst, dass der Preisverfall für die Kaffee-Kleinbauern in den Ländern des Südens die Bedrohung ihrer Existenz bedeutet.

Bereits seit den 70er Jahren gibt es deshalb diverse Projekte und Initiativen, die sich für die Unterstützung dieser Kaffeebauern stark machen.  Ziel dieser Projekte ist es, den Produzenten in den Entwicklungsländern direkt zu unterstützen. Ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen und durch gerechtere Handelsbeziehungen die Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens nachhaltig zu verbessern. Dadurch wird die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen werden abgebaut.

Es sind häufig diese Kleinigkeiten, die wir in unserem Alltag ändern können, damit es anderen besser geht. Einen wirklichen Verzicht muss man nicht auf sich nehmen.

Der größte deutsche Importeur für fair gehandelte Waren ist die GEPA. Nach eigenen Angaben mit einem Jahresumsatz von 54 Millionen Euro sogar Europas größte Fairtrade-Organisation. Gut die Hälfte des Umsatzes macht hierbei der Kaffee aus. GEPA arbeitet mit Kleinbauern und Handwerkern zusammen, die neben langfristigen Handelsbeziehungen und garantierten, fairen Preisen auch Kredite und Beratung bekommen. Gesellschafter von der GEPA sind kirchliche Organisationen wie Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst oder Brot für die Welt.

In einem aktuellen Bericht von GEO.de – Fairtrade wird berichtet, dass die Akzeptanz und die Bekanntheit von Fairtrade-Produkten in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Seit 1973 der erste von heute 800 Weltläden in Stuttgart eröffnet wurden, hat sich viel getan. Fairtrade-Produkte sind nun auch in Bio- und Supermärkten und sogar in Discountern zu erhalten. So hat der faire Handel zwar immer neue Käufergruppen erschlossen, doch brachte der Vorstoß in die Discounter-Ketten auch Kritik mit sich.

Den ganzen Artikel darüber findest Du hier “Fair kommt an - das freundliche Gesicht der Globalisierung: Der faire Handel mit Entwicklungsländern nimmt Fahr auf”.

Froh & glücklich darüber, einen Kaffee gefunden zu haben, der aus fairem Handel stammt und unserem vorherigen heißgeliebten Kaffee auch im Geschmack ersetzen kann empfehle ich an dieser Stelle „Tatico – ganze Bohne, Bio“. Er ist nach der EG-Öko-Verordnung fairtrade-  und biozertifiziert und wirklich viel teurer als ein anderer guter Kaffee ist er auch nicht.

Sobald wir diesen allerdings aufgebraucht haben, gönne ich uns mal den Kaffee von FABELAFT. Einen sehr schönen Beitrag über die Philosophie von FABELAFT-Kaffee findest Du bei mygreenhood.de. Denn noch lieber möchte ich mit meinem Konsum auch kleine aufstrebende Unternehmen unterstützen, die neben fairem Handel auch soziale Projekte unterstützen. Besonders gut an FABELAFT gefällt mir auch die Möglichkeit, über FABEL-Reisen eine “Reise zur Kaffeebohne” buchen zu können. Ziel hinter dieser Idee, so der Gründer Florian Bela Tenk aus Münster, ist die interkulturelle Solidarität und das Voneinanderlernen zu fördern und ein Wissenstransfer zum Beispiel durch eine schöne nachhaltige, schonende Reise zu ermöglichen.

Für uns ist nicht nur der Geschmack wichtig, sondern auch, dass wir unseren Kaffee mit gutem Gewissen geniessen können. Wer weiß, vielleicht fahren wir da irgendwann mal hin.

Nähere Details findest Du hier “FABELAFT / KiBaSafari”

Welchen Kaffee konsumierst Du besonders gern? Achtest Du auch auf fairen Handel? Oder nur auf Bio-Qualitäten? Oder auf beides?

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3 Kommentare
  1. [...] vom Gesamtumsatz aus, jedoch haben im gesamten Kaffeemarkt die Fair-Trade-Bohnen nur einen Anteil von 1,25 Prozent und dabei ist es wichtig, dass er aus fairem Handel stammt.Ein positiver Wandel im Einkaufsverhalten bedeutet nicht Verzicht, sondern [...]

  2. [...] Produkte, die sie an reiche Länder verkaufen können. Dazu gehört neben Kakao auch z.B. der Kaffee sowie [...]

  3. [...] Bildquelle: definitions-sache [...]

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