Tiger in Not*

Es gab Zeiten, da waren die Tiger die Herrscher der asiatischen Wälder. Diese großen starken und anmutigen Tiere mit ihren riesigen Tatzen*

Vor hundert Jahren lebten noch 100.000 Tiger in den asiatischen Wäldern. Doch der Mensch macht gnadenlos Jagd auf diese schönen Tiere und zerstört dazu noch ihren Lebensraum.

Aktuelle Zählungen sollten alle alarmieren – denn es wurden nur noch 3.200 Tiger gezählt, die durch die Wälder Asiens streifen! 2010 ist im chinesischen Kalender das Jahr des Tigers. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden einige Unterarten der größten Katzenart der Welt das nächste Jahr des Tigers 2022 nicht mehr erleben.

Der WWF sowie das Artenschutzprogramm TRAFFIC veröffentlichten erst vor kurzer Zeit ein Undercover-Report zum illegalen Handel mit Produkten aus Tigern und anderen asiatischen Großkatzenarten. Demnach stellen vor allem die Märkte in der Grenzregion zwischen Myanmar, China und Thailand ein Drehkreuz des internationalen Arten-Schmuggels dar. Die illegalen Märkte ziehen vor allem Touristen aus China an, die sich dort mit Tiger-Medizin, Glücksbringern aus Tigerkrallen oder mit Fellen eindecken.

Aber es kommt noch viel schlimmer. Denn wie Filmaufnahmen des WWF belegen, werden auf Schwarzmärkten Teile von Tigern offen angeboten, scheinbar ohne Angst vor Aufdeckung. 

„In diesen Regionen haben Behörden und die zentralen Regierungen offenbar keinen Einfluss. Hier herrschen lokale Führer, die mir ihren Milizen ihre eigenen Gesetze durchsetzen“, sagt Volker Homes, Leiter WWR Artenschutz. 

Ab Sonntag treffen sich Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus allen dreizehn Nationen, in denen heute noch Tiger leben, im russischen St. Petersburg zum Internationalen Tiger Forum (21.-24.11.2010). Auf der Tagesordnung steht, dass die Staats- und Regierungschefs der Tiger-Länder den vorliegenden globalen Rettungsplan für den Tiger bestätigen und eine Deklaration unterzeichnen, in der sie sich zu dem Ziel bekennen, das Ziel der wilden Tiger bis 2022 zu verdoppeln”, so Volker Holmes. 

Es ist wichtig gemeinsam gegen Wilderer und Schmuggler anzugehen. Das Ausmaß des illegalen Handels in der Region rund um Myanmar zeigt, wie wichtig ein entschlossenes Vorgehen auch Seitens der Regierungen und Behörden ist.  Zum ersten Mal treffen sich Regierungsschefs zu einer internationalen Konferenz, um über das Schicksal einer einzigen Tierart zu sprechen. Auch Vertreter der deutschen Bundesregierung und zahlreicher weiterer Staaten, wie etwa die USA, Frankreich und Südkorea, der Vereinten Nationen und der Weltbank werden nach St. Petersburg reisen, um im „Jahr des Tigers“ endlich die weltweite Wende in den Schutzbemühungen einzuleiten. Aus Deutschland nimmt neben dem WWF und dem Bundesumweltministerium auch die KfW Entwicklungsbank an dem Tiger Gipfel teil.

„Wer das Überleben der Tiger sichern will, muss diese Schwarzmärkte austrockenen“, sagt Volker Homes.

Hier findest Du nähere Informationen, wie Du helfen kannst wwf 

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