„Vac from the Sea“ – Eine vorbildliche Recycling-Initiative von Electrolux

Vor einiger Zeit sind wir bereits der Frage nachgegangen wo eigentlich eine Plastiktüte nach ihrem Gebrauch landet und sind dabei auf die smarte Doku von Heal the Bay gestoßen. In ihrem Kurzfilm „The Majestic Plastic Bag – A Mockumentary“ folgen die Aktivisten der Non-Profit-Organisation dem Leben einer Plastiktüte von der Geburt im Supermarkt über dem Alltag auf der Straße bis zum Sterbebett im Meer. Und genau da ist der Haken: die Plastiktüte vergeht nicht, sie schwimmt weiter.

Und das bis zu einem Zeitraum von etwa 400 Jahren. Dann hat sie sich schätzungsweise bis auf die Größe eines Sandkorns dezimiert. Immerhin, könnte man meinen. Doch 400 Jahren in die Zukunft ist genau soviel Zeit wie 400 Jahre in die Vergangenheit. Damals 1611, Zeitalter der Renaissance, des 30jährigen Krieges, der Hexenverfolgung und des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. Viel Zeit also. Man kann davon ausgehen, dass parallel dazu bei dem weltweiten Verbrauch an Plastik der Müll im Meer stetig wächst. Der auf dem Meer treibende Plastikteppich erweitert sich jetzt schon von Jahr zu Jahr. Derzeit geht man von einer Flächendeckung von circa 18.000 Plastikteilen pro Quadratkilometer aus. Mehr als 70 % davon sinken ab auf den Meeresboden und gefährden so den Lebensraum der Meeresbewohner, die diese Teilchen mit Nahrung verwechseln. Allein in Deutschland beläuft sich der Verbrauch von Einweg-Plastiktüten jährlich auf etwa 65 pro Kopf. Bei einem wöchentlichen Einkauf im Supermarkt spricht dieser Wert dafür, dass tendenziell eher zur Plastiktüte gegriffen wird statt zum guten alten Jutebeutel oder der Papiertüte. Weltweit steigert sich dieser Wert auf eine halbe Billionen Plastiktüten pro Jahr. Eine absolut unvorstellbare Summe.

Utopia hat über diesen Verlauf ein sehr anschauliches Video veröffentlicht, dass ohne viel Worte verdeutlicht welche Probleme die Plastiktüte für Natur und Mensch mit sich zieht.

Wenn man sich dabei den Vergleich deutlich macht, dass eine Plastiktüte im Durchschnitt nur eine halbe Stunde aktiv gebraucht wird, aber etwa 400 Jahre benötigt um fast vollständig zu zerfallen, dann kann man sie einfach nicht mehr mögen. Zumindest nicht die, die weder biologisch abbaubar noch recycelbar sind.

Electrolux mag Plastik auf eine bestimmte Art. Besser gesagt: sie haben einen innovativen Weg gefunden, wie man Plastikmüll aus dem Meer fischen und wiederverwerten kann. Und das wiederum mögen wir. Mit ihrer Initiative „Vac from the Sea“ wird das Plastik aus dem Meer von einem Team aus Experten und freiwilligen Helfern geborgen und mittels Recycling so aufbereitet, dass es für die Produktion neuer Produkte verwendet werden kann. Electrolux produziert schon seit einigen Jahren Haushaltsgeräte aus recycelten Rohstoffen. Die speziellen Staubsauger der Green-Produktreihe zum Beispiel bestehen zu 70% aus aufbereitetem Plastik. Langfristig strebt das Unternehmen an, den Anteil auf 100% für alle Produktreihen zu steigern. Bisher scheiterten die Bemühungen für eine Produktion aus recyceltem Plastikrohstoff an dessen weltweit gering vorhandenen Menge. So werden derzeit nur 1% aller neu produzierten Kunststoffe wiederverwertet. Die restlichen 99% werden schlicht weg entsorgt. Eigentlich kontraproduktiv, wenn man bedenkt, dass mit dem steigenden Umweltbewusstsein der Verbraucher auch die Nachfrage an nachhaltig hergestellten Produkten wächst. Für diese hohe Nachfrage reicht der knappe Rohstoff nicht. Und genau da greift die Idee von Electrolux.

Mit der Initiative „Vac from the Sea“ will das Unternehmen die Entwicklung von Kunststoffrecycling und die Produktion nachhaltiger Hausgeräte vorantreiben. Als einer der weltweit größten Hersteller von Haushaltsgeräten, sieht sich Electrolux in der Verantwortung seiner Umwelt und seinen Kunden gegenüber. Um diese aktiv in den Prozess zu integrieren, werden die aus recyceltem Plastikmüll hergestellten Staubsauger in (noch) limitierter Auflage auf bestimmten Design-Events präsentiert und versteigert. Der Erlös wird wiederum in wissenschaftlichen Studien zum Thema Recycling und bestimmte Meeresschutzorganisationen investiert.

Nach dieser Betrachtung können wir garnicht mehr pauschal sagen: Plastik, nein danke. Die genaue Außeinandersetzung mit dem Thema macht den Unterschied und formt die Meinung darüber. Einweg-Plastiktüte, nein. Staubsauger aus recyceltem Plastikmüll, ja. Mal wieder Definitonssache.

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5 Kommentare
  1. Ihr solltet mit Texten dieser Art Geld verdienen, weiter so

  2. Frl. Andi sagt:

    Hihi, danke schön :-)

  3. Frl. Emma sagt:

    Herzlichen Dank für das Kompliment! Das wäre tatsächlich toll, wenn wir damit Geld verdienen könnten – aber wir freuen uns auch über jeden Menschen, der sich für unsere Beiträge interessiert und den wir zum “Umdenken” motivieren können.

  4. Frl. Leni sagt:

    Auch von Frollein Leni ein großes Dankeschön für die lobenden Worte. Auch wenn es traumhaft wäre mit dem Schreiben über das, was man mag, ganz viel Geld zu verdienen, ist doch ein Lob und die Freude, die man anderen damit machen kann, sehr viel mehr wert. :-)

  5. Schöner und motivierender Beitrag. Danke

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