Vorleben statt missionieren

Ich bin „öko“. Gerade genug um mich grundsätzlich im Supermarkt an der Bio-Ecke herumzutummeln und meine Kleidung möglichst aus Bio-Baumwolle zu kaufen. Dann aber nicht genug um auf meinen Urlaubsflug zu verzichten, oder auf den Spaß mit einem übermotorisierten Gefährt zu fahren (aber dann nur gelegentlich und ausgeliehen!).

Trotzdem bin ich irgendwie „öko“ und denke, dass jeder seinen winzigen Anteil zum Umweltschutz, oder einfach zu einem besseren Leben, beitragen kann.

Selbstkritisch muss ich allerdings sagen, dass ich eine Zeit lang regelrecht unter einer Öko-Flagge gelebt habe und jeden, der anders war, mit verbaler Waffengewalt niedergestreckt habe. Nicht wirklich lustig, und nicht wirklich nett. So manche gingen augenrollend davon und haben sicherlich im Anschluss nie einen Bioladen betreten. Damit habe ich also garantiert das Gegenteil bewirkt!

Was lernte das Fräulein Andi, durch Alter weiser werdend? Vorleben. Viel effektiver als missionieren, schimpfen und überreden ist es zu zeigen, wie es geht. Man kann auch mit einem schmalen Budget recht umweltfreundlich leben, meistens spart es ehrlich gesagt Geld.

Meine Lieblingsmethode ist ganz klar: Zum Essen einladen. Ich koche gerne, und habe somit ja auch Freude dran. So gibt es im Winter gerne mal Kohl mit Spaghetti, oder die hierzulande eher unbekannte Polenta zum Gemüse und Fleisch. Alles was ich kaufe, ob Sommer oder Winter, ist Saisonware, alles ist mega-lecker, aber die Zubereitung ist den meisten unbekannt.
Und so kommt man ins Gespräch und tauscht sich aus. Wo kann man günstig einkaufen, was sollte man beachten, wer hat das frischeste Gemüse und das beste Brot. Hört sich furchtbar langweilig und spießig an, aber ich merke wie sich bei meinen Freunden langsam die Kühlschränke anders füllen. Keine schauerlichen Eier aus Bodenhaltung mehr, kein Fabrik-Brot, keine billige Milch…

Und ich höre, wenn die Gegeneinladung kommt, wie sie ihren anderen Freunden erzählen dass der ganze „Biokram“ gar nicht so teuer sei und viel besser schmecke.

Dann grinse ich. Ziel erreicht. Und nebenbei noch lecker gegessen!

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1 Kommentar
  1. […] 2. Kultur Wir können umdenken und aus dem Begriff der Nachhaltigkeit mehr als nur ein Mode-Wort machen. Nachhaltig leben hieße bewusster konsumieren, sich informieren wollen, Wissen und Werte weitergeben. Wir tragen alle Kleidung und signalisieren mit ihr etwas nach außen – warum nicht auch, dass wir uns kümmern? Nachhaltige Mode tragen ändert auch die Werte der anderen – man muss es nur vorleben. […]

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