Im Einklang auf der YogaExpo 2011 in Köln

Letztes Wochenende war es dann soweit für alle Yoga-Fans: zum ersten Mal fand in Köln die Yoga Expo – Messe für Yoga, Ayurveda & Co. statt. Obwohl schon zum zweiten Mal in Deutschland und nach großem Erfolg in München, scheint die Messe als solches noch recht unbekannt zu sein. Ich erfuhr davon auch nur durch Zufall von meiner Yoga-Lehrerin, fand es aber nicht ungewöhnlich, dass man extra eine Messe für das Thema Yoga und Ayurveda veranstaltet. Denn offensichtlich ist das Interesse für diese Themen und der Wachstum des Marktes dafür. Ob nun Kleidung, Ernährung, ayurvedische Kosmetik, Yogareisen oder -equipment: die Bereiche sind zahlreich und verbinden sich oft.

Am Sonntagmorgen mache ich mich gutgelaunt bei Sonnenschein auf den Weg Richtung MMC Filmstudios in Hürth in der Nähe von Köln. Der Weg bis zur Messe ist nicht gerade besonders gut ausgeschildert, aber da dies das erste Mal ist, sei es den Veranstaltern verziehen. Gleich beim Eintritt überschattet eine meckernde Besucherin meine gute Laune für einen Moment. Sie beschwert sich darüber, dass die Messe viel kleiner wäre als sie angenommen hat und dass sie in nur 10 Minuten schon alles gesehen hätte. Nun wolle sie ihr Geld zurück. So gar nicht yogisch entspannt, lässt die gestresste Frau nicht locker. Wie war das noch gleich im Yoga: tief ein- und wieder ausatmen. Mit dem Programm in der Hand ziehe ich an der unentspannten Diskussion vorbei und freue mich darauf, das Gegenteil der 10-Minuten-Messe herauszufinden.

Den ganzen Tag über gab es, wie auch schon am Samstag, Yoga Workshops im Yogaspace mit verschiedenen Yogalehrern und Ausrichtungen. Parallel im Hallenbereich werden Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen wie „Typgerechte Ernährung im Ayurveda“ oder „Die Lehre des Yoga & Die Kunst des Lebens“ gehalten. Abgerundet wird die Messe mit einem Mantra-Konzert, das ich leider gestern Abend verpasst habe. An dieser Stelle frage ich mich, wie man die gesamte Messe in nur 10 Minuten schaffen kann. Ok, die Anzahl der Messestände ist tatsächlich überschaubar: um die 20 Aussteller verteilen sich in einer Halle inklusive Vortragspodium. Doch eigentlich ist das auch ein großer Vorteil den Messen gegenüber, die man so kennt. Ich erinnere mich da an Besuchermassen, die sich hektischen von Halle zu Halle schieben und an einem Tag eine Mindeststrecke von 10 Kilometern hinter sich legen. Bei einer kleinen Messe bleibt mehr Zeit um sich intensiv mit jedem Aussteller auseinander zu setzen und gezielt Gespräche zu führen. Kann man sehen wie man möchte. Definitionssache eben.

Ich tauche ab in die entspannte Atmosphäre, lasse mich mitziehen und schwimme von Ayurveda Fortbildung über Yoga Kleidung von Stand zu Stand. Egal wo ich hinblicke, bekomme ich ein Lächeln zurück. Das Interesse ist echt, von beiden Seiten. Schon am dritten Stand bleibe ich für längere Zeit stehen. Flauschige, auffällig bedruckte Yogakleidung lacht mich an. Der Mann hinter der Idee auch. Er stellt sich vor als Roland Wimbush, der ursprünglich aus Australien kommt und nun hier in Deutschland seine Yogakleidung vorstellt. Begeistert erzählt er mir mehr zu der Idee, die hinter seiner Marke Choclo Project steckt. Auf dem Großteil seiner Kleidung sind verspielte Grafiken integriert, die von Waisenkindern in Peru gezeichnet und von Designern weiterentwickelt wurden. Bei dem Kauf eines Choclo Produktes wird 5% des Umsatzes für Nuevo Futuro, dem Partner von Choclo mit einem Waisenhaus in Peru, gespendet. Als Träger der Kleidung verbindet man sich ein Stück weit mit diesen Kindern, die mit ihren Zeichnungen die Welt etwas bunter und fröhlicher scheinen lassen. Es ist erstaunlich, dass Roland Wimbush wie ein Pionier für diese Idee den langen Weg in das kleine Hürth bei Köln gefunden hat. Seine Begeisterung für das was er tut ist ehrlich, sein Wesen ein Gutes. So schließt sich wieder der Kreis zum Yoga: eine positive Idee verbindet die Menschen, egal wo auf der Welt. Über Choclo Project gibt es noch mehr zu erzählen, als diese ersten wenigen Zeilen. Daher werden wir darüber zu einem späteren Zeitpunkt in einem extra Artikel nochmal im Detail schreiben.

Die positiv aufgeladene Stimmung steigt im weiteren Verlauf der Messe. Ich sammele Karmapunkte bei Karmalaya, einem ganz entzückenden Reiseanbieter für nachhaltige Reisen in Nepal. Den Umfang kann man kaum in ein paar Worten, den liebevoll gestalteten Messestand mit Infomaterial kaum ohne Bilder beschreiben. Neben Volunteering-Projekten und Praktika in verschiedenen Bereichen, bietet Karamalaya auch Yoga- und Trekkingreisen in Nepal an. Individuell kombinierbar in Dauer, Art und Preis. Im Fokus ist neben der Schönheit des Landes, die Unterstützung und die Intergration der Bevölkerung vor Ort. Mein Gespräch mit der Initiatorin Tina Eder ist herzlich vertraut. Schnell ist da eine Stunde vergangen, in der ich mehr über die Entstehung der Idee, die zahlreichen tollen Projekte in Nepal und dieses unglaublich schöne Land erfahre. Es gibt soviel darüber zu erzählen. Daher widmen wir auch Karmalaya einen eigenen Artikel zu späteren Stunde.

Kurz vor Ende meines Rundganges, bleibe ich noch am Stand des Ayurveda Portals hängen. Wieder ein lächelndes Gesicht, das mich empfängt. In dem Gespräch mit den Gründerinnen Johanna Kriefall und Natascha Höhn entdecken wir gemeinsame Interessen, obwohl wir so gesehen aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Zumindest dachte ich das bisher, da ich nie direkt mit Ayurveda zu tun hatte. Doch oft sieht man nur den äußeren Begriff und verbindet damit gelernte Klischees. Wie sich herausstellt, hatte ich in der Vergangenheit doch öfter Berührungspunkte mit Ayurveda als gedacht. Sei es beim Yoga im Sinne der ganzheitlichen Lehre “Körper, Geist und Seele” in Einklang zu bringen. Oder beim letzten Urlaub im Biohotel in Form der Ernährung vor Ort. Die Welt ist eben nicht nur schwarz oder weiß. Zum Glück. Dazwischen liegt ein sehr großer bunter Raum, den wir jeden Tag selbst definieren können. Wie Ghandi schon damals richtig sagte “Du musst selbst die Veränderung werden, die Du in der Welt sehen willst”.

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1 Kommentar
  1. [...] Frl. Leni, die eine kleine Yoga-Göttin ist, lernte Roland Wimbush auf der Yoga-Expo in Köln kennen und Choclo Project lieben. Da sie davon überzeugt war, dass es mir genauso ergehen würde, [...]

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