Internationales Jahr der Wälder 2011 – erste Auftaktveranstaltung am 21. März

Wir haben schon über das Jahr der Wälder berichtet – die erste Veranstaltung steht in den Startlöchern und wir wollen mit regelmäßigen Beiträgen diese wunderbare Aktion unterstützen.

Die erste Veranstaltung findet in einem Monat statt, und zwar am 21. März. Frau Aigner, unsere Verbraucherministerin, wird die Auftaktveranstaltung in Berlin eröffnen, es werden Akteure aus über 60 Verbänden erwartet. Der 21. März ist nämlich der eigentliche Tag des Waldes. Wir finden jedoch, dass ein Tag nicht ausreicht. Ein Jahr lang wird es Aktionen geben, um auf das WALDKULTURERBE aufmerksam zu machen. Ja, Deutschland ist ein Waldland – und schafft nicht nur Industrie und Arbeitsplätze, sondern ist Lebensraum und Organismus zugleich.

Die Kampagne ist mit einer schicken Website ausgestattet worden, doch viele Inhalte finde ich nicht. Diesmal wird einem nämlich nicht alles serviert, nein, die Öffentlichkeit ist aufgefordert mitzumachen und sich zu beteiligen. Was genau am 21. März passieren wird, weiß man nicht so genau, was wir aber für eine Aufgabe haben, umso mehr:

Ins Zentrum unserer Kommunikation rücken wir die Frage, was in unserem Leben fehlen würde, ohne den Wald. Was wäre unser Leben: Ohne ihn…?

Dabei bedient sich die Kampagne eines plakativen Logos, voll gespickt mit Symbolen.

Problematisch ist dabei, dass die Kampagne sagt, sie verwendet bewusst keine Bilder des Waldes. Dann soll man mir erklären, weshalb das Logo der Kampagne aus einem Baum besteht? Heißt das, wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht? Vermutlich. Man hat den Baum zudem mit Symbolen versehen, die alle eine wichtigen Bezug zum Thema Wald herstellen sollen. Ja, denn das haben Symbole so an sich – sie sind kulturell geprägte und mit Inhalt aufgeladene Dinge, deren Bedeutung nicht unbedingt im Bezug zum dargestellten Objekt steht.
Beispiel gefällig?
Das Herz – Als Symbol hat es keine Ähnlichkeit mit dem physischen Organ, und steht für viel mehr als nur Liebe und Leben.

Ganze 14 Symbole hat man also im Logo versteckt:

Der Baum insgesamt – dieses Symbol steht für die Vielfalt der Bäume und der Vegetationsarten: Von Laubbaum über Nadelbäume, von trockener Baumsavanne mit knorrigen, dürren ÄSten bis hin zum reichen, grünen Regenwald.

Baumstamm – der Baumstamm erdet den Baum bzw. ist die tragende Verbindung. Der Baumstamm ist auch das, was für den Menschen in der wirtschaftlichen Nutzung am wichtigsten ist. In vielen Regionen sind die Wälder eine entscheidende Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung – sowohl im Sinne der Umwelt und Erhaltung als auch im Sinne des Waldes als wirtschaftlicher Faktor.

Baumkrone – Die Krone steht natürlich für das Leben oder “die Blüte des Lebens” – die Blätter produzieren Sauerstoff, die Krone gibt Tieren und Vögeln Schutz und eine Heimat.

Mensch – auch wenn der Mensch sich gerne im Mittelpunkt der Schöpfung stellt, ist er nur ein Teil von ihr. Der Baum, ja der Wald kann ohne uns – aber wir nicht ohne! Daher ist der Mensch als Bestandteil des Logos auch ein selbstreflexives Symbol.

Apfel – ist eine Frucht. Und wir nutzen sehr viele Waldfrüchte, die aus ganz anderen Ländern kommen: Bananen, Kaffee, das sind alles Waldfrüchte. Zudem kommen viele Früchte (Beeren) und Nüsse natürlicherweise aus Waldgebieten.

Regenwolke – Wälder beeinflussen das Klima drastisch – vor allem wenn sie nicht vorhanden sind! Der Wald ist nämlich ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und hilft bei der Milderung des Klimawandels.

Gewässer – werden Wälder abgerodet, kommt es zu starken Bodenerosionen und zu Überschwemmungen. Bäume wiederum sind wesentlich im Kreislauf der Grundwassers, weil durch den Baum Wasser aufgenommen, gereinigt und wieder abgegeben wird.

Haus – der Wald liefert einen wesentlichen Grundstoff für die Erbauung von Häusern. Gleichzeitig ist der Wald eine Behausung für Tiere und Pflanzen. Natürlich nutzen wir viele Wald bzw. Holzprodukte auch im Haus, für Möbel oder zum heizen, weshalb ein vernünftiger Umgang mit dieser wertvollen Rohstoffquelle wichtig ist.

Koniferenzweig – Schon gewusst? Der Nadelzweig steht für die borealen Nadelwälder, die mit etwa 1,4 Milliarden Hektar den größten zusammenhängenden Waldkomplex der Erde ausmachen. Der boreale Nadelwald ist in Skandinavien, Sibirien, Mongolei sowie Kanada und Alaska zu finden und besteht in seinen Kerngebieten oft nur aus wenigen Baumarten wie Tannen, Kiefern, Fichten und Lärchen.

Eidechse – Die Eidechse lebt auf dem Boden und auf dem Baum und steht somit für die Vielfalt der Tiere, die in und um den Wald Schutz und Lebensraum finden.

Ente – eine erstaunliche Tatsache, dessen man sich heute gar nicht mehr bewusst ist: Viele Nutztierarten stammen aus dem Wald und wurden im Laufe der Zeit domestiziert. Der Hund oder das Schwein, die Ente und vor allem das Huhn, eine Vogelart die im Waldrandgebiet zu Hause ist – und nicht im Massentierhaltungskäfig!

Laubblatt – Wald, Baum, Blätter… Dieses Symbol steht in erster Linie für 700 Millionen Hektar Laubwaldgebiet in Nordamerika, Europa und Asien.

Medizinflasche – Nicht nur die heilende Wirkung des Waldes als Organismus auf die Umwelt, sondern auch auf den Mensch werden hiermit symbolisiert. Und natürlich weil viele Pflanzenarten, die zu medizinischen oder heilenden Zwecken eingesetzt werden, aus dem Wald stammen. Das Symbol steht so für Flechte, Gräser, selbst Holz, welches zum Beispiel in der Homöopathie verwendet wird.

Hirsch – Der Hirsch steht für Wildtiere und für die Jagd. Es gibt noch Länder, wo man für die Fleischbeschaffung jagen muss, aber in erster Linie ist das mehr ein historisches Symbol. Schließlich hat der Mensch lange Zeit jagen müssen um sich zu ernähren und sich zu entwickeln.

Das sind also die Symbole der Kampgane – nicht zu wenig! Vermisst Ihr hier etwas oder findet Ihr gar die vielen Symbole überflüssig?

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